Eva von Platen, Installationsansicht von "Traums", 2011

Eva von Platen, Installationsansicht, 2012

Eva von Platen, Drei Idioten, 2011

Eva von Platen, Du oxidierst, 2011

Eva von Platen, Antonelli, 2011

Eva von Platen
In Wald und Flur / Im Flur / Wir warten
Zeichnungen und neue Filme

Ausstellungseröffnung Samstag 11. Februar 2012,
16 – 19 Uhr
Dauer der Ausstellung 14. Februar 2012 – 11. April 2012

Die finnisch-deutsche Künstlerin Eva von Platen (* 1965 in Frankfurt) stellt in ihrer dritten Einzelausstellung in unserer Galerie eine Vielzahl neuer Arbeiten vor – allein vier neue Filmarbeiten und mehr als 60 neue Zeichnungen und Collagen.
Der Film "Freuds" (2011) zeigt den Psychoanalytiker Sigmund Freud in drei Positionen in einem schwarzen Raum: kniend, stehend und sitzend. Als Loop gespielt, wird "Freuds" im selben Raum projiziert wie die dreiteilige Filminstallation "Traums" (2011). Die unterschiedliche Länge der Filmsequenzen von "Traums" führt dazu, daß in der Polyphonie der drei Projektionen ein immer wieder neuer Film entsteht – eine unendliche Folge surrealer Assoziationsketten – eine filmische Inszenierung des Unbewussten. Filme schneidet von Platen nicht nach inhaltlichen, sondern nach musikalischen Gesichtspunkten.

Das Non-Lineare Erzählen, das Fehlen von Hierarchien und Höhepunkten sind zentrale Aspekte ihrer Filme und Zeichnungen. Auch in den Papierarbeiten verkettet von Platen Bilder, Photographien, Zeitungsanzeigen, Texte, die sie findet und allerlei Übriggebliebenes, deren Absurdität einen zum Teil entsetzt zurückläßt. Dabei spielt, wie auch in den Filmen, der Aspekt der Zeit eine wesentliche Rolle. Zeit wird in den Zeichnungs-Assoziationsketten durch das "Hüpfen zwischen zwei Bildern" visualisiert. Der Betrachter findet immer wieder neue thematische Zusammenhänge zwischen den Zeichnungen. Der Zufall und das Lachen spielen dabei ebenso entscheidend mit.

Von Platen untersucht nicht nur den Irr-Sinn, der uns täglich umgibt und der noch dazu oft als Normalität ausgegeben wird – sie spürt auf durchtriebene Weise den Strukturen nach, die sich dahinter verbergen: Familie, Ehe, Papst, Gläubigkeit, Gehorsam, Erziehung, Arbeit und Urlaub. Es geht um diese ganzen Bereiche mit all den Versprechungen, die sich darin verbergen und die oft unhinterfragt funktionieren. Sie klagt dabei niemanden an, sondern denkt diesen Irr-Sinn im besten Sinne gemeinschaftlich – auch für sich selbst.

Eva von Platen
In Wald und Flur / Im Flur / Wir warten
Zeichnungen und neue Filme

opening Saturday February 11, 4 - 7 pm
duration of the exhibition February 14, 2012 – April 11, 2012

The Finnish-German artist Eva von Platen (* 1965 in Frankfurt) presents her third solo exhibition in our gallery. It comprises a multitude of new works – four new films and more than 60 new drawings and collages.
The film „Freuds“ (2011) shows the psychoanalyst Sigmund Freud in three different positions in a black room: kneeling, standing and sitting. Played as a loop „Freuds“ is shown in the same room as the threepart film installation „Traums“ (2011). The three sequences of this installation have different lenghts and through this polyphony of the three projections a new film comes into being over and over again – a never ending series of a surreal chain of associations – a filmic presentation of the Unconscious. Von Platen’s video works are not cut due to aspects of content but rather with respect to factors of the underlying music.

Central aspects of her films and drawings are the non-linear narration, the absence of hierarchies and climaxes. Within the paper works she links images, photographs, advertisements from the paper, texts, that she discovers, and other „left-overs“. The striking absurdity of these parts sometimes leaves the viewer appalled.
A central role plays the aspect of time in the drawings as well as in the films. The associative chain drawings visualize time as the „hopping between two images“. Coincidence and laughing have a central role as well.

What von Platen analyzes is not only the insanity that surrounds us daily and is considered as normal. It is more the structures that are behind it: family, marriage, the Pope, faith, obedience, upbringing, profession, work and holiday – the whole spectrum of promises on the grounds of which everything functions without ever being questioned. She accuses nobody, but reflects this collective insanity as for all of us and herself.