Ludwig Gosewitz


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Glass from the estate of Ludwig Gosewitz

1975
Glas, monogramiert und datiert

1936
born in / geboren in Naumburg/Saale

1956-1957
studies at the Academy of Sound Art / Studium an der Akademie für Tonkunst, Darmstadt

1957-1965
studies history of music, german literature and philosophy / Studium der Musikgeschichte, Germanistik und Philosophie, Frankfurt a. M. und Marburg
researches for the atlas of German language / Mitarbeit am “Deutschen Sprachatlas"

1960
first publication of own texts / erste Veröffentlichungen eigener Texte

1961
Visual and Concrete Poetry / Arbeiten zur visuellen und konkreten Poesie
next to Helmut Heißenbüttel, Gerhard Rühm, Franz Mon, Tomas Schmit, Dieter Roth and Emmett Williams he belongs to the pionieers of Concrete Poetry / neben Helmut Heißenbüttel, Gerhard Rühm, Franz Mon, Tomas Schmit, Dieter Roth und Emmett Williams gehrt er zu den Pionieren der Konkreten Poesie

1962
participaton in Fluxusevents in Amsterdam / Teilnahme an Fluxus-Veranstaltungen in Amsterdam

1964
intense preoccupation with astrology; realization of the studies in this field in drawings and texts / Intensive Beschäftigung mit Astrologie; zeichnerische und verbale Umsetzung dieser Studien

1970s
visit of several glass academies (Zweisel and Pilchuck) / Besuch der Glasfachhochschule Zwiesel und der Glasworkshops in Pilchuck

1971
beginning of production with mouth-blown glass objects / Beginn der Produktion von mundgeblasenen Glasobjekten

1974
Will-Grohmann-Prize / Will-Grohmann Preis, Berlin

1973-1978
produces works in the glass manufactory in Berlin / Arbeit in einer Glasmanufaktur in Berlin

1988
professorship for glass works at the Acadamey of Arts in Munich / Professor an der Akademie der Bildenden Künste, München (Fachklasse Glas)

2007
Ludwig Gosewitz died in Bad Berka, near Naumburg/Saale / Ludwig Gosweitz stirbt in Bad Berka, nahe Naumburg/Saale

Selection of books provided in our bookshop:

Art Allemagne Aujourd‘hui. Kat. (Franz.). Musée d`Art Moderne de la Ville de Paris. Texte von Suzanne Pagé, Wolfgang Siano, René Block, Michael Erlghof, Antje von Graevenitz u.a. Chronologie. 315 S., viele s/w Abb., 35x23, brosch. Paris 1981
(Überblickskatalog. Künstlerliste: Anger, Baselitz, Beuys, Boehmler, Brehmer, Buthe, Darboven, Droese, Genzken, Gosewitz, Haacke, Immendorf, Kiefer, Knoebel, Koepcke, Palermo, Penck, Polke, Richter, Roth, Rückriem, Schmit, Vostell, Wolf u.a.)

The Berlin Scene 1972. Kat. (Engl.). Vorwort von René Block. Vorgestellte Künstler: Arakawa, KP Brehmer, Brus, Girke, Gosewitz, Grützke, Hödicke, Kahlen, Koberling, Rühm, Schmit, Wewerka u.a. 40 S., 33x25, Drahtheftg. Mit Biographien der Künstler. London. 1972

1962 Wiesbaden FLUXUS 1982. Kat. Beiträge von René Block, Benjamin Patterson, Emmett Williams, Tomas Schmit, Ludwig Gosewitz u.v.a.. 176 S., ca. 105 Abb., 26x21, brosch.. Wiesbaden 1992

Gosewitz, Ludwig. Marihuana. Eine Serie von 30 Kleinbilddias, aufgenommen in Berlin 1969 (Nr. 1-27) und 1971 (Nr. 28-30), in einem Diakasten mit Etikett & Inhaltsverzeichnis. Aufl. 50 num. & sign. Exx.. Berlin 1972

Gesammelte Werke 1960 - 1980 und Neues Glas. Kat. (Dt.). Hrsg. v. DAAD, Berlin. Text v. Gosewitz. 96 S., viele Abb., 24,5x19,5, brosch.. 800 Exx.. Berlin 1980

An Anthology of Concrete Poetry. (Engl.). Hrsg. v. Emmett Williams. Beiträge v. Artman, Gosewitz, Roth, Rühm, Thomkins, Chopin, Gysin u.a.. 342 S., 23x15,5, Halbln.. New York, Stuttgart 1967

Zeichnungen 2. Kat. (Dt.). Hrsg. v. Städtisches Museum Leverkusen, Schloß Morsbroich. Text v. Rolf Wedewer. Künstlerbeiträge v. Baselitz, Böhmler, Erber, Gosewitz, Höckelmann, Immendorf, Jochims, Knoebel, Lüppertz, Penck, Polke, Ruthenbeck, Schönebck & Walther. 60 S., 106 s/w Abb., 21x20, Fadenheftg.. Leverkusen 1972

Solo Exhibitions / Einzelausstellungen (Selection / Auswahl)

2010
„Alles ist auch nur da, damit das, was nicht da ist, entlastet wird." Galerie Barbara Wien, Berlin

2007
„Ludwig Gosewitz - Stammbaum oder die Platanenlehre" - Zeichnungen und Gläser 1968-2007 Galerie Jürgen Becker, Hamburg

2001
„Ludwig Gosewitz - Volume, Form and Plain-Image - In Memoriam R. A. Schwaller de Lubicz (1887-1961)”,Antiquariat Daniel Buchholz, Köln / Stella A - Galerie/Edition, Berlin

1999
„Ludwig Gosewitz - Zeichnungen und Gläser”, Galerie Daniel Buchholz, Köln

1998
„Ludwig Gosewitz - Zeichnungen und Gläser V”, Galerie Fred Jahn, München

1997
Galerie Fred Jahn, München

1996
„Ludwig Gosewitz - Zahlenbilder und Gläser”, Galerie & Edition Hundertmark, Köln
„Ludwig Gosewitz - Lesung, Zahlenbilder und Glas”, Galerie & Edition Hundertmark, Las Palmas de Gran Canaria

1995
„Ludwig Gosewitz, Glenn Goldberg - Glas, Malerei”, Galerie Albrecht, München

1994
„Ludwig Gosewitz und seine isländischen Freunde”, Haus am Lützowplatz, Berlin
„Ludwig Gosewitz - Gläser und Zeichnungen IV”, Galerie Fred Jahn, München

1990
„Ludwig Gosewitz - Glasmacherei aus Bayer”, Galerie & Edition Hundertmark, Las Palmas de Gran Canaria

1988
„Ludwig Gosewitz - Gläser und Zeichnungen”, Galerie Fred Jahn, München

1987
„Ludwig Gosewitz - Glasobjekte 1980-1987”, Galerie nächst St. Stephan, Wien

1986
„Konstellationen und astrologiche Diagramme”, Galerie Marlene Frei, Zürich 1986

1985
„Ludwig Gosewitz - Konkretionen und Glas”, Galerie & Edition Hundertmark, Las Palmas de Gran Canaria

1980
„Ludwig Gosewitz - Gesammelte Werke 1962-1980 und Neues Glas”, daadgalerie, Berlin

1978
„Ludwig Gosewitz - 13°E”, Whitechapel Art Gallery, London

1975
Galerie LOA, Haarlem

1973
„Ludwig Gosewitz - Zeichnungen und Glasobjekte”, Galerie Klein, Bad Münstereifel


Group Exhibitions / Gruppenausstellungen (Selection / Auswahl)

2017
"Cosmic Communities: Coming Out Into Outer Space – Homofuturism, Applied Psychedelia & Magic Connectivity", Galerie Buchholz, New York, USA

2008
„Sammlung Marzona - Ein Archiv Zur Avantgarde Des 20. Jahrhunderts - Von Paul Scheerbart bis zur Fluxus-Bewegung”, Museum Waldhof, Bielefelder Kunstverein e. V., Bielefeld

2007
„Die Kunst zu sammeln”, Museum Kunst Palast, Düsseldorf

2006
„Konzept. Aktion. Sprache.”, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Palais Lichtenstein, Wien

2002
„Fluxus”, Kunstverein Weiden
„FLUXUS UND FREUNDE - Die Sammlung Maria und Walter SchnepelBremen”, Neues Museum Weserburg Bremen
„40 Jahre Fluxus und die Folgen”, Bellevue-Saal, Wiebaden; Kulturamt Wiesbaden; Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden; Stadtmuseum Wiesbaden
„LETZTE AUSSTELLUNG IN KÖLN”, Galerie & Edition Hundertmark, Las Palmas de Gran Canaria

1999
„Chronos & Kairos - Die Zeit in der zeitgenössischen Kunst”, Fridericianum, Kassel

1997
„Neue Editionen”, Galerie & Edition Hundertmark, Köln
“Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts”, Staatsgalerie Stuttgart

1995
Galerie & Edition Hundertmark, Köln

1992
„Mit dem Kopf durch die Wand”, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen

1990
44. Biennale Venedig

1989
„On Kawara - Wieder und Wider”, Portikus, Frankfurt a. M.

1986
„The Spiritual in Art”, Los Angeles, California

1985
„Kunst in der Bundesrepublik Deutschland 1945-1985”, Neue Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin

1984
„von hier aus - Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf”, Messegelände, Düsseldorf

1982
„1962 Wiesbaden FLUXUS 1982”, Museum Wiesbaden / documenta 7, Kassel

1975
„Acht aus Berlin”, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin

1971
Galerie Michael Werner, Köln

1963
„Schrift und Bild”, Stedelijk Museum, Amsterdam

über Ludwig Gosewitz
Michael Behn, 2002

Immer eine Schale Apfelmus hinstellen für die, die gerade Apfelmus essen wollen.

Ludwig Gosewitz gehört mit Tomas Schmit zu den Künstlern, die in der Mitte der sechziger Jahre die „leisere“ Seite von Fluxus in Berlin präsentierten. Heute, wo der Lärm um die spektakulären Aktionen, Happenings etc. verklungen ist, bleiben die Blicke und die Gedanken an den Objekten, Zeichnungen, Texten, den Zahlenbildern und Glasarbeiten von Ludwig Gosewitz hängen und empfinden die Aufforderung das Wunderbare an und in ihnen zu entdecken. In vielen Arbeiten von Gosewitz werden Konstellationen und/oder Strukturen von Zahlenverhältnissen abgebildet. Die Zahlenverhältnisse können aus biographisch bestimmten Quellen stammen wie die astrologischen „Geburtsfiguren“ oder dem Diagramm von Biorhythmusdaten. Andere Zahlenbilder entstehen aus Visualisierungen mathematischer Strukturen oder Konstruktionen geometrischer Figuren und Relationen.

Ich selbst stamme aus einer Künstlergeneration, die die Kunst »als solche« überhaupt nicht mehr kennenlernen konnte. Über die einzelnen Artefakte hinaus wandte sich unser Interesse eher den Künstlerpersönlichkeiten zu, ihren Essays und dem Bewußtsein, das sich darin ausdrückte. Wir sprachen vom »sinnlichen Bewußtsein«. In ihm gründeten wir Akademien z.B. auf einer Plattform, einem Ponton an den Ufern des Rheins bei Bingen und Verlage, die nur einen Tag lang existierten.

1971 begann Ludwig Gosewitz mit der Herstellung von Glasobjekten. Sie wurden in vielen Ausstellungen (Documenta 7, Kassel, 1982; »Von hier aus«, Düsseldorf, 1984; »The Spiritual in Art«, Los Angeles, 1986 u.a.) gezeigt. Von 1988 — 2001 unterrichte Ludwig Gosewitz als Professor für Glas an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach 49 Jahren kehrte er zurück an seinen Geburtsort und lebt heute in Naumburg/Saale.

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